Georg Pacher

Georg Pacher

...Tölzer Apotheker, gründete 1908 mit einigen Gleichgesinnten das TMT.
Das Puppenspiel war damals aus dem Jahrmarkts-Umfeld herausgetreten und begann, als eigene Kunstform ernst genommen zu werden. Nicht zu überschätzen ist der Einfluss des legendären “Papa Schmid”, der  Mitte des 19. Jahrhunderts das Münchner Marionettentheater als Gegengewicht zum rohen Dultkasperl gründete und der auch Pacher und seine Mitstreiter inspirierte.

In dem Hofbeamten Franz Graf von Pocci fand Schmid einen kongenialen Autor, der als universell begabter Künstler für das kleine Theater zeichnete, malte, Texte verfasste und auch sicher manche Verbindungen zum Hofe und den Behörden schaffen konnte.

Papa Schmid
Pocci-Grafik

Papa Schmid, eigentlich Josef Leonhard Schmid, war  Inspirator und Gründervater für viele Marionettentheater, die auch heute  noch existieren.
Für ihn baute die Stadt München 1900 in der Blumenstrasse den ersten Theaterbau der Welt für ein Puppentheater.
Die Bühnen von Salzburg, Bad Tölz und anderen Städten gehen auf die Schmidsche Bühne zurück, besonders zu nennen ist hier auch das “Marionettentheater Münchner Künstler” von Paul Brann, das in den Zwanzigerjahren im Münchner Ausstellungspark über der Theresienwiese existierte und Schmid später überflügelte.

Figuren-alt
Foyer-Salettl

Die frühen Marionetten aus Tölz, die heute noch im Heimatmuseum zu sehen sind, waren an das Münchner Vorbild eng angelehnt. Sie hatten aus Blei gegossene Hände und Füsse und waren lediglich etwa handspannengroß. Köpfe waren oft aus Holz geschnitzt, die Körper sehr einfach gebaut, manchmal lediglich aus Stoff genäht.
Auch unsere heutigen komplexen Führungssysteme gab es noch nicht. Nebenfiguren konnten lediglich die Hände und Köpfe bewegen, nur der Kasperl hatte den Luxus von Fußfäden, konnte also “gehen”.

TMT alt
TMT-aussen
Glagang
garten

Der erste Spielort für Pacher und seine Mannen war das “Salettl” im Bürgergarten von Tölz, wo 1908 sehr schnell ein Theaterraum eingerichtet wurde.
Von Anfang an spielte die Laiengruppe um Pacher im Ehrenamt; Erlöse des Spiels gingen an die Tölzer Armenkasse. Spieler, Puppenschnitzer, Sprecher und Musiker rekrutierten sich aus den Einwohnern der kleinen Stadt.

Dieser erste Tölzer Theaterbau wurde 1947  zerstört. Unter dem Theater hatte man im Krieg einen Luftschutzbunker ausgehoben. In diesen drang Wasser ein und unterspülte das Gebäude, sodass es einstürzte. Der wertvolle Fundus konnte aber in letzter Sekunde gerettet werden.
Normalerweise hätte das für die Truppe das “Aus” bedeutet. Doch nun geschah ein mittleres Wunder: Durch Eigenleistung und die Hilfe der Stadt konnte in nur einem halben Jahr  ein neuer Theaterbau erstellt werden, der 1953 feierlich eröffnet wurde. Damit war die Zukunft des Tölzer Marionettenspiels gesichert.

Der heutige Theaterbau existiert seit damals fast unverändert. Lediglich auf der linken Seite wurde eine Halle angebaut, um Kulissen zu lagern. Die Bühne wurde technisch verändert, als in den Fünfzigerjahren zunächst der Münchner Puppenspieler Ludwig Schuster und später Oskar Paul zum Theater stießen.  Auch Oehmichen´s “Augsburger Puppenkiste” gastierte hier öfters. 

2006 wurde das angrenzende Erdgeschoß des ehemaligen Heimatmuseums dem Theater als Erweiterungsbau angegliedert. Durch einen Glasgang kann man von einem Gebäude ins andere gehen. Dieser neue Teil dient als Museum, Kassenbereich und erweiterte Garderobe.

Der nunmehr zur Straße hin abgeschlossene Innenhof mit dem verwunschenen Theatergärtchen dient bei schönem Wetter als ein weiterer Raum für die Zuschauer, die sich in den Pausen die Beine ein wenig vertreten wollen.

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Ein Text zur Theatergeschichte...

Die Ära Oskar Paul (1953 bis 1999)...

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